Bücherbrennung

Bei einer Bücherverbrennung werden Bücher oder andere Schriften verbrannt. Ziel ist es, deren Inhalte zu zerstören, da dieser aus moralischen, politischen oder religiösen Gründen als verwerflich angesehen wird. Zumeist wird die Bücherverbrennung demonstrativ öffentlich durchgeführt.

Bücherverbrennungen gibt es schon sehr lange. Sie erfolgten immer dann, wenn sich Einzelpersonen oder Personengruppen mit ihren Büchern unbeliebt gemacht hatten.

Bereits im Jahre 212 vor Christus gab es in China eine Bücherverbrennung. Dabei ging es darum, die Traditionen des Feudalismus auszurotten. Ziel war die Festigung des entstehenden zentralistischen Beamtenstaates.

Im Jahre 1329 wurde die politische Schrift „de monarchia“ (1310-1313) „Über die Monarchie“ von Dante Alaghieri (1265-1321) öffentlich verbrannt. Die Verbrennung erfolgte im Zusammenhang mit einer antikirchlichen Haltung. Dante gilt als der größte Dichter Italiens.

Eine andere Bücherverbrennung erfolgte im Jahre 1817 anlässlich des Wartburgfestes auf der Wartburg. Vom 17.10.-19.10.1817 hielt sich auch der Theologiestudent Karl Ludwig Sand (1795-1820) auf der Wartburg auf. Zu den verbrannten Büchern gehörte das Buch „Geschichte des deutschen Reiches“ des damals populären Schriftstellers August von Kotzebue (1761-1819), der von radikalen Burschenschaftlern als Reaktionär mit antipatriotischen Gedanken bezeichnet wurde. Karl Ludwig Sand nahm dies zum Anlaß, auf den Schriftsteller 1819 in Mannheim ein tödliches Attentat zu verüben.

Ungeahnte Ausmaße erreichte die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten. Von 1933 bis 1939 wurden in vielen deutschen Städten die Bücher unliebsamer Autoren verbrannt. Besonders bekannt ist die Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 auf dem Opernplatz in Berlin. Erich Kästner (1899-1974) nahm als einziger deutscher Autor an der Verbrennung seiner Bücher teil. Die Bücherverbrennung brachte das Ende der freien deutschen Schriftsteller mit sich.