Deutschordensliteratur

Im Zusammenhang mit dem Dritten Kreuzzug wurde 1190 während der Belagerung von Akkon ein Krankenpflegeorden, der Deutsche Orden, durch Bremer und Lübecker Kaufleute gegründet. Dieser wurde 1199 in einen geistlichen Ritterorden umgewandelt.

Für den Begriff Deutscher Orden gab es noch die Bezeichnungen Deutschritterorden, Deutschherrenorden und Kreuzritterorden. Andere, bereits vorher gegründete Orden waren die der Templer und der Johanniter.

Mit dem Jahre 1226 wurde der Grundstein für den Deutschen Ordensstaat gelegt. Im gleichen Jahr bat Herzog Konrad von Masowien den Deutschen Orden unter dem Hochmeister Hermann von Salza (gest. 1289). um Hilfe gegen die heidnischen Pruzzen (Preußen). Als Ausgleich dafür wurde den Kreuzrittern das Culmer Land in Ostpreußen überlassen. Durch Kaiser Friedrich II. (1194-1250) wurde der Orden 1226 mit Hilfe der Goldbulle von Rimini ermächtigt, das heidnische Gebiet im Norden zu erobern, die Bewohner zu bekehren und die Herrschaft im eroberten Gebiet auszuüben.

Eine große Rolle spielte für den Deutschen Orden der Schwerbrüder-Orden. Es handelte sich um die Brüder des Ritterdienstes Christie. Dieser Orden wurde 1202 durch Bischof Alberti von Livland gegründet. Mit dem Jahre 1237 ging der Schwetbrüder-Orden im Deutschen Orden auf.

Die höchste Blüte hatte der Deutsche Orden ab 1351. Der Hochmeister Winrich von Kniprode (gest. 1382) verbesserte Verwaltung und Wirtschaft. Auch die Kultur kam nicht zu kurz. Die großartigen Backsteinbauten in Form von Burgen und Domen zeugen noch heute davon.

Der Deutsche Orden brachte auch eine reichhaltige Literatur hervor. Es waren Schriften in mittelhochdeutscher und lateinischer Sprache. Hierzu gehörten die Ordensgeschichte und die Ordensregeln. Weiter waren es rechtliche und religiöse Schriften. Eine umfangreiche Fachliteratur zu den Naturwissenschaften, Technik, Handel, Handel, Medizin usw. rundeten das Bild ab.

Peter von Dusburg, ein Priesterbruder und der Chronist des Deutschen Ordens, der auch Peter von Duisburg genannt wurde, lebte von der zweiten Hälfte des 13.Jahrhundets bis zur ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Er schrieb 1326 die "Chronicon Terrae Prussiae"(Chronik des Preußenlandes). Die Ergänzungen reichten bis 1330. Kopien sind nur aus dem 15 Jahrhundert überliefert. Darin wird die Militärgeschichte des Deutschen Ordens im Preußenland beschrieben.

Der Autor der Livländischen Reimchronik ist unbekannt. Es gilt jedoch als gesichert, dass er um 1278-1279 in Livland gelebt haben muss. Er war vermutlich im Dienste des Deutschen Ordens, wahrscheinlich als Herold, tätig. Es gibt eine Rigaer Ausgabe aus der Mitte des 14. Jahrhunderts und eine Heidelberger Ausgabe aus dem 15.Hahrhundert. Ergänzungen stammen aus den Jahren 1143-1251. In einem anderen Werk, „Die junge livländische Reimchronik", werden die Ereignisse von 1315-1348 erwähnt.

In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts schrieb der Deutschordenskaplan Nikolaus von Jeroschin seine Übersetzung „Kronike von Pruzinolant“. Sie gilt als Hauptwerk" der Deutschordensdichtung.

Durch den Deutschen Orden wurden, wahrscheinlich im 15. Jahrhundert, zwei Kochbücher hervor gebracht. Die Bücher von Gollub haben den Titel "Aus der Küche der Deutschen Ordensritter".

Die Deutschordensliteratur ist eng mit dem Schicksal verschiedener Völker verflochten. Hierzu gehören u.a. die Pruzzen, die Liven, die Letten und die Polen.

Viele Tatsachen lassen sich nicht mehr erhellen. Sie bleiben für immer im geschichtlichen Dunkel verborgen.

Literaturhinweise: