Fürstenspiegel

Unter einem Fürstenspiegel versteht man Schriften, die einen idealen Herrscher darstellen und Regeln für dessen Handeln aufzeigen.
Ziel des Fürstenspiegels ist es, den herrschenden König, Fürst etc. zu ermahnen und zu belehren. Der Fürstenspiegel steht in enger Verbindung mit dem Staatsroman.  
Vorläufer des mittelalterlichen Fürstenspiegels gab es bereits in der Antike.

Niccolò Machiavelli  (1469-1527) entwickelte in seinen Schriften „Il principe“ – „Der Fürst“ (1513) und in „Discorsi sopra la prima deca die Tito Livio“  (ca. 1513-1521) seine Ansichten über Politik und Staatsführung. Er geht der Frage nach, welche Eigenschaften ein Fürst haben sollte und wie er sich gegenüber seinen Untergebenen verhalten soll.

François Fénelon (1651-1715)  schrieb im Jahre 1699 „Die Abenteuer des Telemach“. Es handelte sich um einen französischen Erziehungsroman im Sinne des Fürstenspiegels. Das Buch war bis 1717 verboten.   

Christoph Martin Wieland (1733-1813) schrieb im Jahre 1772 das Buch „Der goldene Spiegel“. Der politisch satirische Roman wurde im Sinne des aufgeklärten Absolutismus als Fürstenspiegel verstanden. Durch das Buch wurde Wieland zum Prinzenerzieher am herzoglichen Hof zu Weimar empfohlen. Er blieb bis 1775.