Haiku

Rede in Versen

Die konventionelle Form des Haiku ist 5/7/5, 17 Silben, drei Zeilen. Oft wird in dieser Form des Kurzgedichtes von einem Naturereignis, einer Jahreszeit erzählt. Erlebtes, die Beschreibung eines Ereignisses, erreicht ihre Prägnanz im Ungesagten. Es wird vom "Haiku-Moment" gesprochen, eine Erleuchtung, die Autor und Leser verbindet. Der Text sollte beim Lesen einen Nachhall erzeugen, gleichzeitig aber genug Freiraum für  eigene Vorstellungen und Assoziationen lassen.
Das Unausgesprochene darf entdeckt werden. Die bewusste Polarisierung ist hier von Bedeutung, da weder Vorinterpretationen, noch Erklärungen angeboten werden. Der Moment der Stille zwischen Autor und Leser soll inspirieren und genügt sich dabei selbst.
Der Maler Paul Klee sagte: "Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar".

Beispiel für ein Haiku:

Einladung
An der Tür ein Bekannter -
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