Höfische Dichtung

Die höfische Dichtung  war Standesdichtung, d.h., sie wurde Adeligen vorgetragen und handelte vom Leben der Adeligen. Sie war idealistisch und zeigte den Ritter als Idealtyp auf seinem Weg ein vollkommener Mensch zu werden, ebenso verlief sie streng formal, d.h., Vers, Reim, Aufbau waren ebenso festgelegt wie die Gattungsformen. Die vorherrschenden Formen der h. Dichtung waren Epos und Minnelied. Der Dichter konnte ein Ritter sein oder er war fahrender Sänger, der Abwechslung in das eintönige Burgleben brachte und von der Freigiebigkeit des Burgherren lebte.

Höfisches Epos

Die Dichter entnahmen die Stoffe dem Sagenkreis Karl des Großen und der Artussage. Das Streben dieser Literatur ist, ein Bild des idealen Rittertums zu entwerfen. Die Artussage wurde mit Vorliebe von den Dichtern bearbeitet, jeder der versammelten Ritter musste eine Bewährungsprobe abgeben im Kampf gegen die Angelsachsen mit König Artus. Deshalb gab jeder Ritter Stoff für einen eigenen Roman ab. Hauptvertreter: Hartmann von Aue, Gottfried von Straßburg, Wolfram von Eschenbach. Das höfische Leben "in Saus und Braus" stand im Gegensatz zur religiösen Weltsicht. Viele höfische Dichter versuchten auch in ihren Werken den Gegensatz, der hier bestand, aufzuzeigen.