Igorlied

Es handelt sich um das Lied von der Heerfahrt Igors. Das Igorlied ist die einzige erhaltene altrussische Heldendichtung. Sie entstand nach 1187.

Im Igorlied wird der unglückliche Feldzug des Teilfürsten Igor Swatoslawitsch (1151-1202) gegen die Polowzer im Jahre 1185 behandelt. Swatoslawitsch geriet dabei in Gefangenschaft, später gelang ihm die Flucht. Das Igorlied endet mit dem umfangreichen "Goldene Worte" des Großfürsten Swatoslawitsch.

Igor hatte den Feldzug ohne die Absprache mit dem Großfürsten des Kiewer Reiches begonnen. Er war von 1178 bis bis 1198 Fürst von Nowgorod-Sewersk. Ab 1198 war er der Fürst von Tschernigow.

Die Polowzer (Slawen) waren ein Nomadenvolk türkischer Abstammung. Jenes turktatarische Volk nomadisierte vom 11.-13. Jahrhundert in der südrussischen Steppe. Man nannte sie auch Kumanen. Später hießen sie Kyptschak. Im Mittelalter wurden sie auf deutsch als Falben bezeichnet.

Zwischen 1061 und 1210 überfielen die Polowzer das Kiewer Reich immer wieder.

Kiew wurde 822 von Warägern (Schwedischen Normannen) gegründet. Vierzig Jahre später, 862, wurde durch das gleiche Volk Nowgorod gegründet. Mit dem Jahre 882 wurden Nowgorod und Kiew zum Kiewer Reich vereinigt. Kiew war von 882 bis 1169 Hauptstadt des Kiewer Reiches.

In den Neunziger Jahren des 18. Jahrhundert entdeckte Mussin-Puschkin, ein Liebhaber alter Handschriften, in einem Sammelbanmd aus dem 16. Jahrhundert die Abschrift einer nach 1187 verfassten heroischen Dichtung. Es handelte sich um "Das Lied von der Heerfahrt Igors". Katharina II. erhielt 1796 eine Kopie davon. Dann erschien im Jahre 1800 eine fehlerhafte Ausgabe mit schwer zu lesendem Text. Die unersetzliche Handschrift dagegen ging 1812 beim Brand von Moskau verloren. Die an Katharina II. (1729-1796) gegebene Handschrift und die Ausgabe von 1800 bildeten in der Zukunft die einzigen Grundlagen für die Forschung.

Literaturhinweise: