Literaturkritik

Unter Literaturkritik versteht man die öffentlich geführte Auseinandersetzung mit meist aktueller Literatur. Ihre Aufgabe ist es, Werke der Literatur zu kritisieren, d.h. diese zu beurteilen, zu begutachten und zu bewerten. Durch ein Medium - sei es durch Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehen, Radio oder Internet - wird die Kritik publik gemacht und steht damit neben dem Dienst an der Literatur auch im Dienst des Publikums. Literaturkritik kann sich in verschiedenen Textformen äußern, z.B. als Rezension, Essay, Porträt, Reportage, Glosse, Polemik oder auch als literaturgeschichtliche Darstellung.

Im deutschen Sprachraum wird Literaturkritik meist deutlich enger gefasst als die vermeintlich identischen Begriffe des Englischen ("literary criticism") oder Französischen ("critique littéraire"): es wird streng zwischen Literaturkritik und Literaturwissenschaft unterschieden, trotz vielfältiger Überschneidungen.

Die Literaturwissenschaft wird in Deutschland ausschließlich dem universitären Bereich zugeordnet, während die Literaturkritik meist mit dem Journalismus verbunden wird. Hier beschränkt sie sich weitgehend auf die Textsorte der Rezension. Aufgrund ihrer medialen Präsenz geht sie mit Wertungen unbefangener um als die Literaturwissenschaft und war schon immer auf angesehene Vertreter ihrer Zunft fixiert, wie z.B. Lessing, Börne, Heine, Fontane, Alfred Kerr und heute beispielsweise Friedrich Sieburg, Marcel Reich-Ranicki und Elke Heidenreich.