Musikerroman

Bei einem Musikerroman handelt es sich um eine umfangreiche Prosaerzählung, in der das Leben, die Entwicklung, das künstlerische Werk, der Erfolg und das Scheitern eines Musikers – oft eines Komponisten – dargestellt werden.

Mit dem Aufstieg der deutschen Barockmusik entstand zum Ende des 17. Jahrhunderts der Musikerroman. In diesem Zusammenhang müssen Wolfgang Caspar Printz (1641-1717) und Johann Kuhnau (1660-1722) erwähnt werden. Beide waren Komponisten.

Wolfgang Caspar Printz war der Sohn eines oberpfälzischen Försters. Er war Komponist, Musikschriftsteller und Romanautor.
Nach einem unsteten Leben gelangte er im Jahre 1662 in die damalige Kulturmetropole Dresden. Dort wurde ihm die Stelle des Kapellmeisters am Hofe des kunstfreudigen schlesischen Magnaten Reichsgraf Erdmann I. von Promnitz angeboten. Im Gefolge seines neuen Dienstherrn reiste er schließlich sogar in böhmische und ungarische Kriegslager.

Nach dem Tode seines Förderers akzeptierte er eine Stelle als Kantor an der Sorauer Kirche. Unter Erdmann II. übernahm er erneut die Direktion der Hofkapelle. Schließlich wurde im Jahre 1704 Georg Philipp Telemann (1681-1767) als sein Nachfolger eingesetzt.

Wolfgang Caspar Printz schrieb im Jahre 1690 die erste deutsche Musikgeschichte. Es folgten die Romane „Cotala“ (1690), „Pancalus“ und „Battalus“ (1691).

Johann Kuhnau war der Sohn eines Tischlers. Als Stipendient besuchte er die berühmte Kreuzschule in Dresden. Anschließend studierte er Rechtswissenschaft in Leipzig. Dann war er als Kantor in Zittau tätig. 1682 kehrte er nach Leipzig  zurück. Dort war er seit 1684 Organist an der Thomaskirche. Von 1701 bis zu seinem Tode war er Thomaskantor als Nachfolger von Johann Schelle (1648.-1701) Er war der unmittelbare Vorgänger von Johann Sebastian Bach (1685-1750). Ab dem Jahre 1701 war er auch Universitätsmusikdirektor.

Im Jahre 1700 schrieb Kuhnau das Buch „Der musikalische Quacksalber“. Er bemühte sich, im Sinne von Christian Weise (1642-1708) zu schreiben.