Romantik

Es ist sehr schwer eine eindeutig klare Definition für die Romantik zu finden, da sie sich mit verschiedenen Kunstrichtungen überschneidet. Beispielsweise hat die Romantik viele Gemeinsamkeiten mit der Weimarer Klassik. Gleichzeitig fiel die Romantik in eine Zeit der politischen Umwälzungen. Es gab eine umfangreiche Literatur im Kampf gegen Napoleon. Auf alle Fälle beinhaltete die Romantik eine Daseinsgestaltung mit einem Höchstmaß an Harmonie und der tiefen Sehnsucht nach einer heilen Welt.
Das Wort Romantik leitet sich von dem Wort Roman ab, der in dieser Epoche von herausragender Bedeutung war. Erst im Jahre 1801 grenzte August Wilhelm Schlegel (1767-1845) – ein Mitbegründer der deutschen Romantik - diese von der Klassik ab.
Ein bedeutender Vertreter der Romantik war auch Ludwig Tieck (1773-1853). Er studierte in Halle, Göttingen und Erlangen. Er war mit Wilhelm Heinrich Wackenroder (1773-1798) befreundet. Auch mit Novalis  (Friedrich Leopold Freiherr von Hardenberg) (1772-1801) verband ihn eine Freundschaft. Seit 1799 verkehrte er in Jena im Kreise der Schlegels.
Die Romantik umfasst in etwa den Zeitraum von 1798 bis 1835. Es war der Beginn einer Aufbruchsbewegung. Sie wurde von hellwachen Geistern gefördert. Hierzu gehörten unter anderem Novalis, Johann Wilhelm Ritter (1776-1810) und Johann Gottlieb Fichte (1762-1814). Wegweisend für die Frühromantik war Goethes Bildungsroman "Wilhelm Meister".

Zeiten der Romantik

Die deutsche Frühromantik begann ungefähr im Jahre 1795. Sie wird auch als Jenaer Romantik bezeichnet. Es war die Zeit von Wackenroder, Novalis, August Wilhelm Schlegel, Friedrich Schlegel (1762-1829) und von Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher (1768-1854).
Während der Frühromantik wurden viele Romane absichtlich als Fragment geschrieben und blieben damit unvollendet.
Die Hochromantik begann ungefähr im Jahre 1805. Sie wird auch als Mittlere Romantik oder als Heidelberger Romantik bezeichnet. Es war die Zeit des Clemens Brentano (1778-1842), des Achim von Arnim, des Johann Joseph von Görres (1776-1848) und des Joseph von Eichendorff (1788-1857).
Die Spätromantik begann ungefähr im Jahre 1810. Es war die Zeit von Friedrich de la Motte Fouqué (1777-1843), Eichendorff, Friedrich Rückert (1788-1866), Ernst Moritz Arndt (1769-1860), Ludwig Uhland (1787-1862), E. T. A. Hoffmann (1776-1822), Clemens Brentano und Friedrich Schlegel.

Orte der Romantik

Im Jahre 1804 war August Wilhelm von Schlegel von Berlin aus der französischen Schriftstellerin Madame de Stäel (1766-1817) zu einem längeren Aufenthalt nach Coppet am Genfer See gefolgt. Durch die Anziehungskraft dieser Frau wurde Coppet zu einem geistigen Zentrum Europas.
1806 machte August Wilhelm Schlegel mit seiner Frau Stäel Reisen nach Frankreich, Italien, Österreich, Russland und Schweden.
Ein Nebenzentrum war im Jahre 1808 die Stadt Dresden. Dort gaben Kleist (1777-1811) und Adam Heinrich Ritter von Müller (1779-1829) die Zeitschrift „Phöbus“ heraus.
Der wichtigste Sammelpunkt der Spätromantik wurde Berlin. Daneben gab es noch die Städte München und Wien. In Berlin gab es verschiedene Zirkel, unter anderem die von Arnim gegründete „Christlich-deutsche Tischgesellschaft.“ Hierzu gehörten Kleist, Eichendorff, Adalbert von Chamisso (1781-1831), Fouqué, Brentano und Adam Müller.
Im Jahre 1798 wurde in Berlin von den Brüdern Schlegel die Zeitschrift „Athenäum“ gegründet. Tieck, Wackenroder und Novalis waren die Mitarbeiter.
In Berlin arbeitete Dorothea Schlegel (1763-1839) an der Zeitschrift „Europa“ mit.
Von 1806-1808 wurde in Heidelberg die Zeitung „Trösteinsamkeit“ von Arnim, Brentano und Görres herausgegeben. Mitarbeiter waren die Brüder Schlegel, Tieck, Fouqué, die Brüder Grimm, Uhland und Kerner. 1808 wurde es die „Zeitung für Einsiedler“.
Im selben Jahre hielt Görres in Heidelberg die erste germanistische Vorlesung. Bedeutende Mitglieder des Heidelberger Kreises waren Brentano und Eichendorff.
In Stuttgart gab es die „Schwäbische Schule“. Zu diesem Dichterkreis gehörten Uhland, Gustav Schwab (1792-1850) und Justus Kerner (1786-1862). Dieser Kreis wurde stark von der Heidelberger Romantik angeregt.
In Wien gab Friedrich Schlegel von 1812-1813 das „Deutsche Museum“ heraus. Darin veröffentlichten August Wilhelm von Schlegel, Adam Müller, Görres und Fouqué ihre Beiträge.
Von 1814-1816 erschien in Koblenz die Zeitung „Rheinischer Merkur“, welche von Görres herausgegeben wurde. Mitarbeiter waren Arndt, August Graf von Gneisenau (1760-1831), die Gebrüder Grimm und Freiherr vom Stein (1757-1831). Im Jahre 1816 verbot die preußische Regierung die Zeitung.
Zu den weiteren für die Romantik wichtigen Orten gehörten Halle und Jena. In diesen Orten spielten unter anderem die Frauen der Gebrüder Schlegel, auch Tieck, Wackenroder und Novalis eine bedeutende Rolle. In Göttingen gab es eine Begegnung zwischen Arnim und Brentano.

Salons der Romantik

Untrennbar mit der Romantik verbunden sind die Salons berühmter Frauen. Sie waren nach französischem Vorbild aufgebaut. Diese Salons gab es vorwiegend in Berlin und Heidelberg. Stellvertretend für viele intelligente Frauen sollen nur einige wenige Namen genannt werden.
Caroline Schlegel (1763-1809) hatte in ihrem Haus in Jena einen frühromantischen Kreis. Sie war nacheinander verheiratet mit F. W. Böhmer, A. W. Schlegel und Fr. W. Schelling. 1807 schrieb sie die „Briefe aus der Frühromantik“.
Rahel Varnhagen (1771-1833) gründete im Jahre 1819 in Berlin einen Salon für Künstler und Literaten. Es war die Zeit der Spätromantik. Verheiratet war sie mit Karl August Varnhagen von Ense. Sie war eine Vorkämpferin der Frauenbewegung.
Sophie Tieck, die Schwester von Ludwig Tieck, (1775-1803) war wohl die begabteste Dichterin der Frühromantik.
Dorothea Schlegel (1763-1839) war die Tochter von Moses Mendelssohn. Sie war mit Friedrich Schlegel verheiratet. Im Jahre 1801 schrieb sie den unvollendeten Roman „Florentin“. Wenige Jahre später, im Jahre 1803, verfasste sie die "Sammlung romantischer Dichtungen des Mittelalters".

Früchte der Romantik

Im Jahre 1798 brachte Tieck seinen Roman „Franz Sternbalds Wanderungen“ heraus. Er wurde zum Vorbild der Hochromantik.

1802 verfasste Novalis den im Mittelalter spielenden Roman „Heinrich von Ofterdingen“. In diesem Roman wurde die „Blaue Blume“ eingeführt, welche zum Symbol der Romantik wurde.

Von 1806-1808 gaben Arnim und Brentano "Des Knaben Wunderhorn" heraus. Es war eine Sammlung von Volksliedern in drei Bänden.

In die Zeit der Frühromantik fällt das Kunstmärchen "Der blonde Eckbert" von Tieck.

In die Zeit der Hochromantik dagegen fällt die Erzählung "Das Erdbeben von Chili" (1808) von Kleist.

Verschiedene andere literarische Werke fallen in die Zeit der Hochromantik:
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832): „Die neue Melusine“ (1817/1819). Sie ist in „Wilhelm Meisters Wanderjahren“ enthalten.

Jakob und Wilhelm Grimm: „Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ (1812).
 
von Arnim: „Der tolle Invalide auf dem Fort Ratonneon“ (1818).

Brentano: „Geschichte vom braven Kasperl und der schönen Annerl“ (1817).

Eichendorff: „Das Marmorbild“ (1819).

E. T. A. Hoffmann: „Rat Krespel“ (1819/1821) Er gehört zu den Serapionsbrüdern.

Alles in allem bot die Romantik ein sehr breites Spektrum an literarischen Möglichkeiten.