Schäferdichtung

Befasst man sich mit der Schäferdichtung, so stößt man zwangsweise auf die Arkadische Poesie. Dahinter verbirgt sich eine Hirten- und Schäferpoesie der Antike. Die Form der Dichtung ist nach Arkadien benannt. Arkadien ist das griechische Bergland im mittleren Peloponnes. Es wurde zum Ort des Goldenen Zeitalters verklärt, an dem die Menschen als zufriedene und glückliche Hirten unbeschwert in der idyllischen Natur leben.

Die Hirtendichtung bezeichnet man auch als Bukolische Dichtung (Bukolik). Sie wurde durch Theokritos (Theokrit) um 310-250 vor Christus begründet.

Vergil (Publius Vergilius Maro) (70 - 19 vor Christus) verfasste 40 v. C. seine „Bucolica“, auch „Eclogae“ genannt. Als Vorbild für die ersten zehn Eklogen seiner „Bucolia“ diente die Hirtendichtung von Theokrit. Die vierte Ekloge wurde häufig als Prophetenhinweis auf die Geburt Christi gedeutet. Vergil wird als „Vater des Abendlandes“ bezeichnet und ist einer der bedeutendsten Dichter der römischen Antike.

In der europäischen Renaissance und dem Barock war die Schäferdichtung eine beliebte Literaturgattung. In Deutschland wurde die bereits im Ausland blühende Schäferdichtung durch Martin Opitz` (1597-1639) Werk „Schäferei von der Nymphine Hercine“ bekannt. Im Jahre 1627 erfolgte in Deutschland die Uraufführung der ersten deutschen Oper „Daphne“ in Torgau. Martin Opitz schrieb hierfür den Text. Vertont wurde die Oper von Heinrich Schütz (1585-1672). Das Libretto schrieb Ottavio Rinuccini (1562-1621).