Sprachgesellschaften

Seit Jahrhunderten gibt es Sprachgesellschaften, mit dem Ziel die Sprache und Literatur zu pflegen. Nach Möglichkeit soll die eigene Sprache dabei von Fremdwörtern befreit werden. Gleichzeitig ist man um die Pflege der Dichtkunst bemüht.

Bereits im Jahre 1617 wurde in Weimar die erste deutsche Sprachgesellschaft durch Fürst Ludwig von Köthen-Anhalt gegründet. Der Fürst war im Jahre 1600 Mitglied der im Jahre 1582 gegründeten Accademia della Crusca geworden.

Bei der Sprachpflege gab es eine gesamteuropäische Bewegung. Im Jahre 1629 wurde in Paris die „Academie francaise“ gegründet. Sechs Jahre später wurde sie durch Kardinal Richelieu (1585-1642) zur nationalen Anstalt erhoben. Vorläufer dieser Institution war die französische Plejade.

Hinter der französischen Plejade verbirgt sich ein Dichterkreis der Renaissance. Jener Dichterkreis erstrebte die Reinigung und Bereicherung der dichterischen Sprache und Dichterforen nach dem Vorbild der Antike. Hierzu gehörten unter anderem:
Pierre de Ronsard (1525-1585)
Joachim Du Bellay (1522-1560)
Etienne Jodelle (1532-1573)

Die durch Fürst Ludwig von Köthen-Anhalt gegründete Sprachgesellschaft hieß zunächst „Fruchtbringende Gesellschaft“. Später wurde sie in „Palmenorden“ umbenannt. Sie existierte bis 1680.

Johann Rist (1607-1667) gehörte zum „Palmenorden“. Im Jahre 1660 gründete er in Lübeck den „Elbschwanenorden“.

Er war auch Mitglied in dem 1644 von Georg Philipp Harsdörfer (1607-1658) und Johann Klaj (1616-1656) in Nürnberg gegründeten „Pegnesischer Blumenorden“ (Pegnitzschäfer).

Philipp (von) Zesen gründete im Jahre 1642 in Hamburg die „Teutschgesinnte Genossenschaft“. Den Adelstitel erhielt er 1653.

Otto Mencke gründete im Jahre 1877 in Leipzig die „Deutsch übende Poetische Gesellschaft“. Es war die Vorgängerin der „Deutschen Gesellschaft“.

Simon Dach (1605-1659) und Heinrich Albert (1604-1651) gehörten dem „Königsberger Dichterkreis“ an.

Martin Opitz (1597-1639) machte sich sehr um die Dichtkunst verdient. Er schrieb im Jahre 1624 „Das Buch von der deutschen Poeterey“.

Martin Opitz nahm während seines Studiums in Heidelberg Kontakt zum frühbarocken Dichterkreis auf. Hierzu gehörten:
Paul Schede Melissus
Georg Rudolf Weckherlin
Julius Wihelm Zinggref

Die französische Plejade diente diesen Dichtern als Vorbild.