Staatsroman

Bei dem Staatsroman handelt es sich zumeist um ein Buch, das eine Utopie behandelt. Sowohl der Staat als auch die Gesellschaft werden als vollkommene Institutionen dargestellt. Dieses Ideal ist jedoch wirklichkeitsfremd. Der Staatsroman steht in der Tradition des Fürstenspiegels (Erziehungslehre des Herrschers). Erzogen werden sollen jedoch nicht nur die Herrschenden, sondern das gesamte Volk. Im Mittelpunkt des Staatsromans steht der kosmopolitische Mensch, der sich eher über seine Zugehörigkeit zur Menschheit, als zu einer bestimmten Nationalität definiert.

Im Jahre 1619 verfasste Johann Valentin Andreae (1587-1654) den ersten utopischen Staatsroman Deutschlands. Das Buch trägt den Titel „REI PUBLICAE CHRISTIANOPOLIS“. Jenes Buch stand unter dem Einfluss von Thomas Morus (Sir Thomas More) (1478-1535) und Tommaso Campanella (1568-1639).

Im Jahre 1516 erschien das Buch „Utopia“ von Thomas Morus, in dem eine ideale Gesellschaft dargestellt wird. Der Buchtitel prägte den Begriff „Utopie“.

Mit dem Jahre 1623 erschien das Buch „Citta des Sole“ von Tommaso Campanella.

Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel (1633-1714) schrieb zwei umfangreiche Romane. Der erste Roman, der in der Zeit von 1669 bis 1673 geschrieben wurde, hat den Titel „Durchlauchtige Syrerin Aramene“. Von 1685-1707 schrieb er den Roman „Octavia, Römische Gedichte“. In zweiter Auflage erhielt das Buch im Jahre 1712 den Titel „Römische Octavia“.

John Barclay (1582-1621) gab noch in seinem Todesjahr den Roman „Argenis“ heraus. Der Roman wurde 1626 von Martin Opitz (1597-1639) übersetzt.

Albrecht von Haller (1708-1777) schrieb die thesenhaften Staatsromane „Usong. Eine morgenländische Geschichte“, „Alfred, König der Angelsachsen“ sowie „Fabius und Cato“.

Tommaso Campanella schrieb im Jahre 1602 „Civitas Solis“ (Sonnenstaat). Es handelte sich um eine kommunistische Staatsutopie.

Francis Baco von Verulam (auch Francis Bacon genannt) (1561-1626) schrieb 1626 das Buch „Nova Atlantis“. Darin schildert er einen philosophischen Idealstaat.