Trivialliteratur

Man unterscheidet in der Literatur nach einem Dreischichtenmodell: Dichtung, Unterhaltungsliteratur und Trivialliteratur. Die Trivialliteratur nimmt dabei den untersten Rang eín.

Das Dreischichtenmodell ist mit einer erheblichen Problematik belastet. Es gibt zwischen Dichtung, Unterhaltungsliteratur und Trivialliteratur keine klaren Abgrenzungen. Zwischen den drei Bereichen gibt es Wechselbeziehungen, weshalb sich Überschneidungen nicht vermeiden lassen.

Das Wort Trivialliteratur leitet sich von dem lateinischen Wort „trivium“ ab. Es bedeutet Dreiweg und Kreuzweg. Danach ist “trivial“ das, was auf öffentlichen Straßen verhandelt wird. Der Begriff „trivium“ hängt allerdings auch mit den vier untersten Fächern der mittelalterlichen Universitäten zusammen.

Die Trivialliteratur ist eine anspruchlose Unterhaltungsliteratur, auf den Geschmack eines anspruchlosen Leserkreises zugeschnitten. Dabei kommt es nicht auf ein wertvolles Gedankengut an, sondern auf die Steigerung der Auflage. Oft hat die Trivialliteratur eine höhere Auflage als Bücher mit einem „wertvolleren“ Inhalt.

Die Trivialliteratur entstand im 18. Jahrhundert. Damals stieg die Anzahl jener, die lesen können, enorm an. In der Folge bildete sich ein literarischer Markt, der das Publikum mit anspruchlosen Büchern überhäufte.

Die Schriftsteller mussten sich, um wirtschaftlich überleben zu können, dem Geschmack des bürgerlichen Publikums anpassen. Dieser Geschmack war von einem starken Verlangen nach Innerlichkeit verbunden. Die Innerlichkeit hing mit der politischen Willkür zusammen. Seitens des Bürgertums gab es keinen Einfluss auf die Politik.