Wappenbücher

Wappenbücher sind recht unterschiedlicher Art. Deshalb kann an dieser Stelle nur eine kleine Auswahl zur Sprache kommen.

Die Wappenkunde bezeichnet man auch als Heraldik. Diese gliedert sich auf in Wappenkunde, Wappenkunst und Wappenrecht. Sie ist eine Hilfswissenschaft der Geschichte.

Die Wappenkunde umfasst die theoretische Heraldik mit den Gesetzen und Regeln des Wappenerhalts, der Wappenführung, der Geschichte des Wappenwesens und die Wappenkenntnis.

Die Wappenkunde wurde zuerst durch den Franzosen Clement Prinsault betrieben. Im Jahre 1416 legte er die heraldischen Regeln schriftlich fest.

Die Wappenkunst enthält die praktische Heraldik mit der Gestaltung des Wappens, dem Aufriss oder Entwurf der heraldisch richtigen und stilreinen  Darstellung aller Wappenteile nach den vorgeschriebenen Regeln der Wappenkunde.

Das Wappenrecht beinhaltet die rechtliche Grundlage der Wappenführung und Wappenverwendung, die Kontrolle über die Einmaligkeit des Wappens und dem Recht dazu.

Allgemeine Wappenbücher

Das „Miltenberger Wappenbuch“ ist aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. In Paris befindet sich das Original in privater Hand. Das von 1370 – 1386 erstellte „Gelbe Wappenbuch“ enthält 1.755 farbig gemalte Vollwappen. Das Original findet man in der Bibliothek in Brüssel. Das Wappenbuch Nr. 2936 gibt es in der Nationalbibliothek in Wien. Das zum Ende des 15. Jahrhunderts erstellte Wappenbuch enthält 445 Wappen.

Private Sammlung von allgemeinen Wappenbüchern

Das „Pfälzer Wappenbuch“ enthält 1.080 Wappen. Es wurde um 1400 erstellt. Das Original befindet sich in der Tiroler Adels-Matrikel-Genossenschaft in Innsbruck. Das um 1460 erstellte „Berliner Wappenbuch“ enthält ungefähr 900 Wappen. Das Original befindet sich in der Staatsbibliothek in Berlin.

Das „Wappenbuch von St. Gallen“, auch Haggenbergs Wappenbuch genannt, wurde von 1466 – 1470 erstellt. Dieses Buch hat etwa 2.000 Wappen. Das Original ist in der Stiftsbibliothek in St.Gallen enthalten.

Regionale Wappenbücher

Das „Wappenbuch der österreichischen Herzöge“ wurde 1446 angefertigt. Es hat 141 Vollwappen, 21 Wappenschilde und vier Doppelwappen. Das Original ist im Staatsarchiv in Wien.

Das „Basler Wappenbuch“ wurde um 1480 zusammengestellt. Es hat 28 Vollwappen aus der Umgebung des Bodensees. Das Original ist in der Universitätsbibliothek in Basel.

Das „Niederländische Wappenbuch“ wurde vor 1500 erstellt. Es hat vorwiegend Wappen aus der Umgebung von Delft. Das Original ist im Stadtarchiv in Münster.

Bei der Vielgestaltigkeit der Wappenbücher dürfen die sonstigen Belange der Heraldik nicht übersehen werden. Hierzu gehören unter anderem die Wappenrollen, die Wappensiegel und die bürgerlichen Wappen.

Zur Pflege der Heraldik bildeten sich heraldische Vereine. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang der 1888 in Hannover gegründete Verein „Zum Kleeblatt“. Im Jahre 1891 erfolgte die Gründung der „Schweizerischen Heraldischen Gesellschaft“.

Literaturhinweise: